Küchen-Loesch, seit über 160 Jahren ein Familienbetrieb in Nürnberg.
Kleine Firmen-Chronic :
Die Geschichte beginnt im Jahr 1847.In diesem Jahr gründete Leonhard Carl Loesch die Firma. Er war der Sohn von Dr. Ernst Loesch, Pfarrer von St. Egidien in Nürnberg und Sproß einer "Pfarrer- und Hugenotten-Familie".
Die Firma entstand gleich "um die Ecke", in der Inneren-Laufer-Gasse Nr. 6 in Nürnberg. Später bezeichte der die Firma "Küchenmagazin Loesch". Hieraus entstand als Abkürzung der heutige Name "Küchen-Loesch" Küchen-Loesch hat 2 große Kriege, 2 Inflationen, eine Totalvernichtung und viele Konjunkturkrisen überstanden. Das will sagen, die Gründung von Herrn Loesch hat eine erstaunliche Zähigkeit bewießen.
Sein Sohn Ernst Loesch übernahm das Geschäft im Jahr 1891. Er machte es zum führenden Fachgeschäft für guten Hausrat in Nürnberg. Als Antwort auf die damals aufkommenden kapitalkräftigen Kaufhäuser, gründete er gemeinsam mit Kollegen die Einkaufsgenossenschaft "Nord-Süd". Diese Genossenschaft fusionierte in den 50er Jahren mit anderen Genossenschafen und nannte sich dann Nord-Süd/Nürnberger Bund. Ernst Loesch war bis ins hohe Alter voll für seine Firma engagiert, denn es wird berichtet, daß er noch als 85-jähriger jeden Tag von früh bis spät im Geschäft war.
Bemerkenswert ist z.B., daß bereits vor dem 1. Weltkrieg Schnellkochtöpfe im Sortiment waren, lange bevor die heute bekannten Marken diesen Markt entdeckten. Auch Hochzeitslisten wurden bereits um die Jahrhundertwende als sogenannte Aussteuerlisten gepflegt. Küchenmaschinen waren wichtige Umsatzbringer. Aus einem Firmenkatalog wissen wir, daß auch damals das Thema Kochen und der gedeckte Tisch mit Artikeln wie Besteck, Kochgeschirre, Kochmesser u. s. w. für die Kunden der Firma wichtig waren. Wir wissen zwar nicht alles über diese Zeit. Aber Kochen und Geniessen war eben schon damals eine beliebte Leidenschaft.
Nach dem ersten Weltkrieg nahm der kinderlose Ernst Loesch seinen Neffen Johannes Harl in die Firma auf. Johannes Harl steuerte die Firma durch Inflation und Krieg und sorgte in den 30er-Jahren für ein "face-lifting", das offenbar so überzeugend war, daß sich die nachfolgende Generation in den 50er-Jahren gerne daran orientierte. Leider verunglückt Johannes Harl gegen Ende des 2. Welt-Krieges am 2. Januar 1945 bei Löschversuchen, als das Geschäftshaus und die gesamte Firma im Bombenhagel unterging.
Else Harl, seine tapfere Witwe, saß nun mit ihrem im Krieg verwundeten Sohn auf den Trümmern. Sie war zwar nie aktiv im Laden tätig, sorgte aber dafür, daß es nach der Katastrophe wieder weiter ging. Sie tat sich mit Günther Oberhoff zusammen und sorgte für die Finanzierung des Wiederaufbaus am Lorenzer Platz, dem heutigen Standort der Firma. Günther Oberhoff wurde Geschäftsführer und Mitgesellschafter. Einige "Vorkriegs"-Mitarbeiter machten gerne wieder mit und Else Harl brachte alles, was sie und die Familie hatte, und was sie noch aus den Trümmern noch retten konnte, in das Projekt ein. 1951 trat auch Helmut Harl, der Sohn von Else und Johannes Harl aktiv in die Firma ein.
Wir wissen, daß die ersten Jahre nach dem Krieg auch für Küchen-Loesch eine vergleichsweise sehr harte Zeit waren, aber die Firma ließ sich nicht entmutigen. Mit dem Wirtschaftsaufschwung in den 50-er Jahren entwickelte sich die Firma prächtig. Das Geschäft erlangte wieder die Bedeutung, die es vor dem
Krieg hatte. Das Sortiment umfaßte damals bereits alle Arten
von Haushaltswaren incl. Elektrogräte, Markenporzellan, Glas und
Besteck.
Das Geschäftshaus am Lorenzer Platz

Die Ladenfläche wurde weiter vergrößert und Markenshops integriert. 1967 konnte ein weiteres, doppelt so großes Geschäftshaus am Lorenzer Platz, bezogen werden.
Helmut Harl war von 1976 bis Januar 1989 alleiniger Geschäftsführer. Unter seiner Leitung wurden neue Geschäftsfelder entwickelt und der Laden bekam ein zeitgemäßes Outfit. So verkaufte Küchen-Loesch bereits seit den 70er Jahren mit großer Leidenschaft moderne Küchenmaschinen, Espressoautomaten und Küchengeräte aus Edelstahl. Markenporzellan, Geschenke und organsierte Hochzeitslisten.
Seit 1989 ist Klaus Harl, ein Sohn von Helmut Harl, beziehungsweise ein Ur-Ur-Enkel von Leonhard Carl Loesch, alleiniger Geschäftsführer. Mit immer wieder neuen Produktideen, gutem Service, Lifestyle und bester Warenkompetenz gelingt es dem Küchen-Loesch-Team mit dem überaus engagierten Prokuristen Roland Schmidt die Marktstellung der Firma in Nürnberg erfreulich gut zu definieren und die Bekanntheit der Firma weit über Grenzen von Nürnberg hinaus zu steigern. Dank vieler treuer Kunden, engagierter Mitarbeiter und sicher auch ein wenig Glück, durfte die Idee Küchen-Loesch im Jahr 2007 ihr 160-jähriges Jubiläum feiern. Getreu dem Motto: Küchen-Loesch ist der Treffpunkt der Genießer